Topspiel (Pokal)
DFB-Totopokal, 06.11.2010
 
TSV Staffelstein - 1. FC Michelau
4:0 (3:0)
 
 
Ein(e) Keil traf - dann liefs


 

 
Lisa Eller (li.) leitet mit einem weiten Flankenball einen neuen Angriff ein. Gäste-Akteurin Melanie Lother ist den berühmten Schritt zu spät.
 

 
anpfiff.info
 

Die Frauen des TSV Staffelstein sorgen nicht nur in der Bezirksliga als Aufsteiger für Furore, sondern konnten im Viertelfinale des DFB-Pokals auch den höherklassigen 1. FC Michelau in die Knie zwingen. Völlig verdient gingen die Thermalbad-Städterinnen nach 90 intensiv geführten Minuten auf schwierigem Untergrund als Sieger vom Platz.
Aus Staffelstein Bernd Riemke
Carolin Hagel – Bänderriss. Julia Karch – ausgekugelter Ellenbogen. Kerstin Ruscher – Kreuzbandriss. Die Vorzeichen standen für die Korbmacher von Beginn nicht besonders gut, da drei Stammkräfte langfristig ausfallen und die letzten Ligapartien auch nicht unbedingt das Selbstbewusstsein des FCM steigerten. So nutzten die Hausherrinnen die Gunst der Stunde und legten bereits im ersten Durchgang den Grundstein für einen letztlich nie gefährdeten 4:0-Erfolg, bei dem sich ein kleiner Wirbelwind gleich doppelt in die Torschützenliste eintragen durfte.

In zehn Minuten die Partie entschieden

!Wir wollen uns nicht verstecken und auf jeden Fall nach vorne spielen", gab Gäste-Trainer Uwe Stammberger vor der Begegnung zu Protokoll. Jenes mutige Vorhaben wurde jedoch bereits in den Anfangsminuten zunichte gemacht. Vom Anpfiff weg übernahmen die Gastgeberinnen die Initiative und kämpften sich auf tiefem, regennassem Geläuf in die Partie. Durch dieses aggressive Forechecking verzeichnete der TSV deutlich mehr Ballbesitz und wusste auch spielerische Akzente zu setzen. Mit Julia Hagen und Jessica Keil im zentralen Bereich bot TSV-Trainer Robert Licht zwei Youngster im Mittelfeld auf, die der Partie ihren Stempel aufzudrücken wussten. Eine Kombination dieser beiden Protagonisten entsprang auch die erste Tormöglichkeit nach gespielten drei Minuten, doch Keil versprang das Leder im letzten Moment, so dass Torsteherin Melanie Imhof mit einer Hand zur Ecke klären konnte. Ein Weckruf war diese Großchance für die Gäste allerdings nicht. Zu behäbig im Spielaufbau gaben die Michelauerinnen das einmal eroberte Leder viel zu früh wieder an den Gegner ab. Vornehmlich Melanie Stettner in zentraler Position und die emsige sowie laufstarke Alisa Simniok wehrten sich gegen die optische Übermacht des TSV. Nach vorne brachten die Kickerinnen vom Maindamm allerdings wenig Brauchbares zustande. Lange Bälle wurden von der umsichtigen Libera Sabrina Eller zumeist abgelaufen, so dass sich das Geschehen meist in der Gäste-Hälfte abspielte. Die folgerichtige Führung kam dennoch ein wenig glücklich zustande. Eine zu kurz geratene Abwehr beförderte die aufmerksame Sibylle Schöner per Kopf postwendend in den Strafraum zurück. Dort schaltete Jessica Keil gegen die aufgerückte Hintermannschaft am schnellsten und jagte das Leder direkt beherzt ins rechte untere Eck (33.). Der ausgelassene Jubel über das erlösende 1:0 war noch nicht ganz verhallt, da erhöhten die Gastgeberinnen bereits ihre Führung – unter gütiger Mithilfe der ansonsten tadellos haltenden Melanie Imhof zwischen den Pfosten des FCM-Gehäuses. Einen Eller-Schuss aus dem Gewühl konnte die Torfrau nicht festhalten. Jennifer Licht schaltete am Fünfmeterraum sofort und stocherte das Spielobjekt im Nachsetzen zum 2:0 über die Linie (36.). Jener Doppelschlag spiegelte das Geschehen auf dem grünen Rasen auch in Toren angemessen wieder. Schließlich dauerte es bis zur 41. Minute, ehe der Bezirksoberligist seinen ersten flüssigen Angriff vortragen konnte. Am rechten Flügel setzte sich Jennifer Schmitt gekonnt durch. Ihre Hereingabe ließ Stettner geschickt durch, doch Mittelstürmerin Lisa Schütz kam einen Schritt zu spät, so dass die Staffelsteiner Hintermannschaft jene gute Möglichkeit klären konnte. Mit einem Anschlusstreffer wäre vielleicht noch einmal ein Ruck durch die Mannschaft gegangen, doch unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff des umsichtigen Unparteiischen schraubten die Gastgeberinnen das Ergebnis auf 3:0 in die Höhe. Julia Hagen drang von halbrechts in den Strafraum ein und bediente die lauernde Sarah Lins, die direkt abzog und Imhof mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck keine Abwehrchance ließ.


 
Lisa Schütz (re.) war in vorderster Front oft auf sich alleine gestellt, so dass nicht nur in dieser Szene Lisa Eller rechtzeitig das Leder unter Kontrolle bringen kann.
 

 
anpfiff.info
 

Gegenwehr wurde nicht belohnt

Wie verwandelt kam der FC Michelau nicht gerade aus den Kabinen, doch das Geschehen konnten sie im zweiten Spielabschnitt weitaus offener gestalten. Konsequenter im Zweikampfverhalten und zielstrebiger in der Vorwärtsbewegung kamen die Gäste zu der ein oder anderen Möglichkeit, bei der ihnen der letztlich verdiente Anschlusstreffer allerdings verwehrt blieb. Michelau suchte nun vermehrt das Spiel über die Flügel, wobei sich insbesondere Jennifer Schmitt auf der rechten Außenbahn hervortat und sich häufiger durchsetzen konnte. Als eine ihrer Hereingaben Sabrina Lindner am kurzen Fünfmetereck fand, bekam die FCM-Angreiferin einen leichten Stoß von hinten versetzt, bei dem sich die Gastgeberinnen nicht hätten beschweren dürfen, wenn der Unparteiische auf den ominösen Punkt gezeigt hätte. Staffelstein zeigte dennoch über weite Strecken die reifere Spielanlage und war insgesamt auf dem schwer zu bespielenden Untergrund ballsicherer. Dennoch kam der TSV in Halbzeit Zwei nur noch zu gelegentlichen Vorstößen, die aber nicht mehr mit der nötigen Entschlossenheit zu Ende geführt wurden. So plätscherte die Begegnung beinahe zwanzig Minuten vor sich hin, ehe die knapp 30 Zuschauer wieder Grund zum Jubeln hatten. Annika Lulei initiierte einen TSV-Konter über die rechte Seite, setzte sich dabei gegen zwei Widersacherinnen durch und steckte das Leder zu Julia Hagen, die völlig freistehend an der glänzend reagierenden Melanie Imhof scheiterte. Den Abpraller jagte Sarah Lins jedoch aus vollem Lauf unter die Latte (77.), womit die Partie beim Stand von 4:0 endgültig entschieden war. Die blau-weißen Gäste gaben jedoch nicht auf und waren auch in der Schlussphase stets um den Ehrentreffer bemüht. Die größte Gelegenheit machte TSV-Torhüterin Anna Grasser mit einem tollen Reflex zunichte. Melanie Stettner setzte sich über links geschickt durch und bediente die mitgelaufene Einwechselspielerin Denise Göbel mustergültig. Diese machte auch alles richtig, nahm das Leder direkt und zielte gegen die Laufrichtung von Anna Grasser. Die TSV-Keeperin entschärfte den Rechtsschuss dennoch mit einer Glanztat (80.) und sicherte ihren Farben somit die defensive Null. Am Sieg der TSV-Damen gab es unter dem Strich nichts zu rütteln. Im Halbfinale wartet auf die Senkrechtstarterinnen nun der vermeintlich dickste Brocken, wenn Bayernligist RSV Drosendorf seine Visitenkarte in der Thermalbadstadt abgibt.


Spieler des Spiels
 
 
Sarah Lins
(TSV Staffelstein)


Ihre beiden Treffer waren "nur" die Sahnebonbons auf einer starken Vorstellung. Auf dem linken Flügel rackerte die 17-Jährige unermüdlich, ging weite Wege und gab keinen Ball verloren. Laufstark bereitete sie etliche Szenen vor und belohnte sich letztlich mit zwei schönen Treffern!
 
 
 
Stimmen zum Spiel
 
 
Uwe Stammberger
(Trainer 1. FC Michelau)

"Das war ein verdienter Sieg für Staffelstein, da wir insbesondere in der ersten Halbzeit überhaupt nicht ins Spiel gefunden haben. Einsatz, Leidenschaft und Biss haben bei uns völlig gefehlt. Die Einstellung passte aber schon in den letzten Spielen nicht immer, wenn wir in Rückstand geraten sind. Dann sinkt das Selbstvertrauen einiger Spielerinnen merklich - was allerdings auch nachvollziehbar ist, da uns einfach die Erfolgserlebnisse fehlen."
 
 
 
Robert Licht
(Trainer TSV Staffelstein)

"Vor allem in der ersten Halbzeit waren wir spielbestimmend, weshalb ich denke, dass unser Sieg auf jeden Fall in Ordnung geht. Die gesamte Mannschaft hat mich heute überzeugt. Den FC Michelau habe ich insgesamt etwas stärker erwartet."
 
 
 
Melanie Stettner
(Mittelfeldregisseurin 1. FC Michelau)

"Das war natürlich ein verdienter Sieg für den TSV. Wir haben viel zu wenig dagegen gehalten und insbesondere in der ersten Halbzeit nur Geleitschutz gegeben. Bei den wenigen Chancen, die wir hatten, sind wir nicht energisch genug gegen den Ball gegangen. So kann man keine Tore erzielen. Für uns ist es gut, dass jetzt endlich Winterpause ist."
 
 
 
Schiedsrichter
 
 
 
Reinhold Schuster
(FV Mistelfeld)


Guter Leiter einer fairen Begegnung, der mit klarer Linie keinerlei Diskussionen aufkommen ließ und jederzeit auf Höhe des Geschehens agierte! Note: 1,5
 
 
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